Tristen

Bei der alljährlichen Streuwiesenmahd im Herbst war die Bergung des Mähguts oft mit großen arbeitstechnischen Schwierigkeiten verbunden. Die Lagerkapazität für Streu in der Hofstelle war meistens begrenzt. Wegen der durch Nässe labilen Bodenverhältnisse war der Abtransport der Streue oft erschwert. Das Mähgut wurde daher zu Tristen aufgesetzt.

Diese Zwischenlagerung ermöglichte den Abtransport bei besseren Witterungsbedingungen im Winter bei gefrorenem Boden oder Schnee mit Schlitten und Fuhrwerk.

Ein Tristen muss kunstvoll aufgebaut werden. Die Streue ist dicht zu lagern und die Kuppe sollte pilzhutähnlich ausgebildet werden, damit das Niederschlagswasser außen ablaufen kann und eine Durchnässung der Streue somit verhindert wird. Zur Stabilität dient die in der Mitte aufgerichtete Stange.

In den größeren Streuwiesenkomplexen trugen die Tristen im Herbst und Winter zu einem reizvollen, heute leider nicht mehr erlebbaren Landschaftsbild bei.